Betreute Bachelor & Masterarbeiten Thomas Günther

Hier finden sie abgeschlossene Bachelor & Masterarbeiten mit jeweils einem kurzem Abstract. Rückfragen beantworte ich gerne!

A Validation of the QbMini as an ADHD diagnostic instrument for preschool children

Hamadache, S. (2017)

Objective: Diagnosing attention-deficit hyperactive disorder (ADHD) at an early age is beneficial for patients’ (academic) outcome. Difficulties can arise because symptoms are hard to distinguish from normal playing behaviors and focusing and sustaining attention is usually no requirement of a preschooler. The present study carried forward earlier attempts to validate the QbMini, an objective measurement tool measuring ADHD symptoms in preschoolers. Method: QbMini performances of 5-year-old-children with ADHD were systematically compared with healthy controls and children suffering other developmental disorders (mostly developmental delay of speech and language). The test was validated against two parental ratings often used in clinical practice (Child Behavior Checklist and Fremdenbeurteilungsbogen für Vorschüler mit Aufmerksamkeitsdefizit). ROC analyses were performed to compare diagnostic accuracies of the instruments. Results: The QbMini can measure ADHD symptoms and discriminate between 5-year-old children with ADHD and healthy controls (area under the curve: .899). However, its classification of children as having either ADHD or another disorder was nearby chance levels and lower than those of the CBCL or the FBB-ADHS-IV. Still, the QbMini output variables correlated with the questionnaire scores (2.42 < r < 4.39), speaking for its internal and external validity. Conclusion: Already in preschool, ADHD is associated with measurable hyperactivity and attention deficits, which can be captured by the QbMini. However, at this age, other developmental disorders also trigger tendential hyperactivity, inattention and impulsivity, making the QbMini – unlike rating scales – this far unfit for differential diagnosis, despite being able to differentiate between disordered children and healthy controls.

Bonbon oder Medizinprodukt? - Einfluss von Halspastillen auf die Stimme von Berufssprechern

Bödefeld, J., Drechsler, M., & Lehmann, M. (2017)

Das Studienziel war ein Wirksamkeitsvergleich der klassischen isla®cassis-Pastillen mit dem weiterentwickelten Produkt isla®med hydro+ milde Kirsche (isla®med) und einem Placebopräparat. 45 Berufssprecher wurden zufällig drei gleichgroßen Gruppen und somit jeweils einem Präparat zugeteilt. Sie nahmen maximal 25 Halspastillen im Testzeitraum von 5 aufeinanderfolgenden Arbeitstagen. Es wurde subjektiv mit Hilfe von selbsterstellten Fragebögen, dem Stimmprofil für Berufssprecher und der RBH-Bewertungsskala (Rauigkeit, Behauchtheit, Heiserkeit), sowie objektiv mit dem Stimmanalyseprogramm PRAAT gemessen. Bei isla®cassis und isla®med zeigten sich in allen Messverfahren zwischen Vor- und Nachmessung sowohl geringe signifikante Verbesserungen als auch Verschlechterungen einiger Parameter. Dabei ergaben sich bei den subjektiven und objektiven Messverfahren geringe signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Der Vergleich der beiden isla® Produkte mit dem Placebopräparat ergab bei dem objektiven Messverfahren keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Die subjektiven Messungen wiesen geringe signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen auf, mit geringen Verbesserungen für isla®med und geringen Verschlechterungen für isla®cassis und Placebo. Die Gruppe isla®med würde im Vergleich zu den anderen Testgruppen das Produkt weiterhin verwenden. Die Ergebnisse zeigen, dass es keine aussagekräftigen Ergebnisse, sondern lediglich Tendenzen gibt. Objektiv lassen sich keine Unterschiede zwischen den Präparaten im Vergleich zum Placebo herstellen. Subjektiv erzielte isla®med den größten Effekt.

Hohe häuasliche Übungsfrequenz mit einer Sprachtherapie-App - Multiple Einzelfallstudie mit Aphasiepatienten

Joosten, R. & Raven, A. (2017)

Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, inwieweit die häusliche Übungsfrequenz bei Aphasiepatienten durch Verwendung einer Sprachtherapie-App erhöht werden kann. Sechs Aphasiepatienten in der postakuten oder chronischen Phase wurden über einen Zeitraum von sechs Wochen störungsspezifisch behandelt. Jeder Proband erhielt einen wöchentlichen Direktkontakt mit einer Logopädin. Drei Probanden bekamen für ihre therapeutischen Hausaufgaben Zugang zu einer Sprachtherapie-App auf einem Tablet. Die drei Probanden in der Kontrollgruppe erhielten die Hausaufgaben klassisch in Papierform. Alle Probanden wurden angeleitet, so oft wie möglich zu üben. Der Einsatz einer Sprachtherapie-App führte bei den Aphasiepatienten zu einer höheren wöchentlichen Übungsfrequenz und einer höheren wöchentlichen Gesamtübungsdauer. Durchschnittlich trainierte jeder Proband 4,7 Einheiten pro Woche mit der App wohingegen in der Kontrollgruppe nur 3,2 Einheiten pro Woche geübt wurde. Zudem trainierten die Probanden mit der Sprachtherapie-App häufiger ohne Unterstützung von Angehörigen. Jedoch zeigten sich in dem sechswöchigen Therapieintervall keine signifikanten Unterschiede in der Auswirkung auf die getesteten sprachlichen Bereiche (Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben). Zusammenfassend erhöht der Einsatz einer Sprachtherapie-App die Motivation und damit die häusliche Übungsfrequenz im Rahmen therapeutischer Hausaufgaben. Zudem ermöglicht der App-Einsatz den Probanden eigenständiges Üben.

Der Zusammenhang zwischen visuell-verbalen Paarassoziationsfähigkeiten im Kindergartenalter und den späteren Lese- und Rechtschreibleistungen

Karbach, F. (2017)

Im Bereich der Prävention von Dyslexien ist eine verlässliche Früherkennung von Risikokindern essenziell. Fehleinschätzungen zeigen sich oftmals bei mehrsprachigen Kindern aufgrund sprachlicher Defizite. Das visuell-verbale Paarassoziationslernen (PAL) wird in aktuellen Studien als bedeutender Einflussfaktor auf die Lese- und Rechtschreibleistungen beschrieben. Auch bei Mehrsprachigkeit könnten die sprachunabhängigen Testungen eine faire Beurteilung bieten. Die aktuelle Studie untersucht den Zusammenhang zwischen dem visuell-verbalen PAL bei ein- und mehrsprachigen Kindergartenkindern und den späteren Lese- und Rechtschreibfähigkeiten. 2013 (T1) wurden 56 Kindergartenkinder zwischen 4;0 und 5;11 Jahren in den Bereichen Intelligenz, Frühes Schriftwissen und visuell-verbales PAL getestet. Die PAL-Aufgaben bestanden aus einer rezeptiven Laut-Symbol-Assoziation sowie einer produktiven Aufgabe, bei der serielle Symbolabfolgen vorgelesen bzw. geschrieben werden mussten. Drei Jahre später (T2) konnten 17 Grundschulkinder in den Bereichen Intelligenz, visuell-verbales PAL, Lesen und Schreiben nachuntersucht werden. Zur Identifizierung möglicher Prädiktoren wurden lineare Regressionsanalysen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Wortlesen (korr. R2 = .71), Pseudowortlesen (korr. R2 = .64) und Lesesinnverständnis (korr. R2 = .65) bereits im frühen Kindergartenalter durch die serielle PAL-Aufgabe zu T1 vorhergesagt werden kann; über den Einfluss von Intelligenz und Frühes Schriftwissen hinaus. Im Schulalter nimmt der Einfluss des PAL ab und die Intelligenz dient als Prädiktor der Leseleistungen. Das Wortschreiben kann nicht früh vorhergesagt werden, jedoch zeigt sich im Schulalter, dass die rezeptive PAL-Aufgabe als Prädiktor für das Wortschreiben dienen kann (korr. R2 = .21). Alle Ergebnisse sind unabhängig von Geschlecht und Mehrsprachigkeit. Die visuell-verbalen PAL-Aufgaben scheinen daher auch bei mehrsprachigen Kindern ein vielversprechendes Hilfsmittel in der Früherkennung und Prävention von Dyslexien zu sein.